top of page

EntscheidungsCHANCEN suchen - Angst vor „falschen“ Entscheidungen der Berufs- und Studienwahl

„Ich kann mich – jetzt – noch nicht wirklich entscheiden“

Irgendwas mit….Technik, …mit Menschen,…mit Business…..mit Forschung

Vorbeugen ist besser als Bohren (Werbeslogan von Colgate)

Entscheidungen werden wir immer sekündlich, minütlich, stündlich, täglich, wöchentlich, jährlich, bewusst und unbewusst zum Problemlösen treffen müssen.

Das ist oft anstrengend. Dazu muss das Gehirn oft viel Energie (Glukose) verbrauchen. Wenn der Glukosehaushalt im Gehirn nicht ausreichend versorgt ist, dann ist der Entscheidungsfindungsprozess mehr oder weniger gestört, da unzureichend mit Energie versorgt. Was das bedeutet, merken wir, wenn wir mit Hunger im Supermarkt einkaufen gehen, merkt man, wenn Richter vor der Mittagspause Urteile aussprechen oder wenn man mit leerem Magen Finanzentscheidungen treffen muss. Meist sind diese Entscheidungen dann schlechter.

Dagegen kann man – energietankend oder etwas Energieschaffendes essen – etwas tun.

Schwieriger ist allerdings die menschliche Tatsache, dass Bequemlichkeit, Willenlosigkeit, kognitive Nichtanstrengung und Antriebslosigkeit oft stärker wirken. „Viele Entscheidende, sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene, begnügen sich mit dem Status quo. Und das selbst dann, wenn sie nicht wirklich zufrieden sind oder sogar wahrnehmen, dass sich dieser sukzessive verschlechtert“[1]. Das Wort „Problem“ hat eher einen negativen Ruf. Und dann noch entscheiden? Ungern. Denn es hat immer etwas mit VERANTWORTUNG zu tun. Also verschiebt man dies gerne. Wissenschaftlich spricht man von Prokrastination. An manchen Hochschulen gibt es extra Kurse für Studierende, wie man dieser (Volkskrankheit) „Aufschieberitis“ erfolgreich gegensteuert. Meist nur von kurzer Dauer und erfolglos.

Wenn man die deutschen Arbeitnehmer befragt, dann sind laut einer Gallup-Umfrage (2016) nur 15 % mit ihrer Tätigkeit im Beruf zufrieden. Nur 15 von 100 Arbeitnehmern fühlen sich also richtig wohl und haben eine hohe Bindung an ihren Arbeitgeber[2]. Wenn man dann die restliche Mehrheit von 85% der Erwerbstätigen fragt, wobei 71% eine geringe emotionale und 14% keine emotionale Bindung an ihr Unternehmen haben, „inwiefern sind Sie derzeit auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz?“, dann bejahen dies nur 4% der gering emotional gebundenen und nur mäßige 18% der Beschäftigten, die keine emotionale Bindung an ihr Unternehmen haben, mit „JA“[3]:


Anscheinend ist der berühmte Leidensdruck häufig noch nicht hoch genug oder die Schmerzgrenze ist noch nicht erreicht. Eigentlich dominiert in vielen Fällen immer die Nichtreaktion oder die nicht proaktive Entscheidungseinstellung. Wenn der Leidensdruck dann allerdings extrem gestiegen ist, kommt meist Panik auf. „Viele Menschen hadern in einer solchen Situation mit dem Schicksal und schlussfolgern, dass Sie einfach Pech gehabt haben, da sie ja nichts dafürkönnen“, resümieren Siebert und Keeney in einem Fachartikel zur Entscheidungsschwäche[4].

Vor einer eigehenden Befassung mit Fragen der Entscheidungsfindung zur Studien- und Berufswahl sind deshalb ein paar grundsätzliche Einstellungsaspekte zur Auseinandersetzung mit Entscheidungsproblemen und Entscheidungschancen zu klären, was leider meist bei den Überlegungen zur Studien- und Berufswahl wenig Berücksichtigung findet. Wie in allen Bereichen des Lebens gilt es, durch p r o a k t i v e Handlungen, die Entscheidungsfindungsprozesse zu einem ständigen Wegbegleiter zu machen und vor allem zur P r ä v e n t i o n vor unerwünschten Ereignisse und Gefährdungen persönlicher Ziele zu nutzen. Das gilt für die Studienwahl ebenso wie für die Berufswahl, die Partnerwahl, die Gesundheitsförderung oder die Essenswahl etc.

Studien- und Berufswahlentscheidungen, um beim Thema zu bleiben, sind eingebettet in die Lebensplanung und damit die Schaffung einer gewissen Lebenszufriedenheit.

Zu empfehlen ist deshalb diese beiden Entscheidungsfelder nicht losgelöst von den anderen notwendigen Entscheidungsfragen abzukoppeln. Dabei ist von Beginn an zu unterscheiden zwischen

a) EntscheidungsPROBLEMEN, die auf einen schnell, langsam oder immer wieder zukommen. Damit wird offensichtlich, dass hier „etwas auf einen zukommt“. Sievert/Keeney definieren solche Entscheidungsprobleme wie folgt: „Entscheidungen, die jemand als Folge von Entscheidungen anderer oder nicht beeinflussbarer äußerer Umstände, die nicht selbst kontrolliert werden, treffen muss“[5]. Hier ist man aufgefordert, Probleme zu lösen, meist mit Hilfe von persönlichem Erfahrungswissen oder entsprechenden Lösungsalternativen: Sparbuch bringt keine Zinsen, also „Aktien“ kaufen? Autoreparatur, also Werkstatt anrufen?, Corona, also Schutzmaßnahmen? Es gibt hierbei EntscheidungsPROBLEME, die entweder in negativer Ausformung „auf einen zukommen“ (Gehaltskürzung, Prämienausfall, Erkrankung) oder in positiver Ausgestaltung „auf einen zukommen“ (Neues, attraktives Jobangebot, Beförderung, Erbschaft). In beiden Fällen handelt es sich um Situationen, auf die man „reagieren“ muss, und meist schnell, oft unkoordiniert, Entscheidungen treffen muss. In der Wissenschaft spricht man von „Alternative-focused Thinking (Alternativen-fokussiertes Denken)“[6]. Meist geschieht dies reaktiv und unkoordiniert sowie auf der Basis von Vorerfahrungen. Ob man dabei die möglichst optimale Alternative herausfindet, dürfte stark vom Zufall abhängen und von Kompromissen mit den persönlichen Zielen.

b) ENTSCHEIDUNGSCHANCEN, die man wahrnehmen muss, für die man frühzeitig Optionen sammeln muss, auf die man vorbereitet sein muss und die man sich erarbeiten muss. Im Gegensatz zu den EntscheidungsPROBLEMEN sind ENTSCHEIDUNGSCHANCEN „Entscheidungssituationen, die bewusst von den Entscheidenden kreiert werden und über die die Entscheidenden die Kontrolle haben[7].

Hier geht es um das Verständnis, dass man…

i. ..selbst entscheiden muss, für welche Ziele man sich mit bestimmten Entscheidungen beschäftigen muss und will. Also macht man sich selbst Gedanken oder bekommt „Anstöße“ (nudges), mit welchen Entscheidungen man sich befassen will.

Muss man sich also zunächst Gedanken machen, was die grundsätzlichen persönlichen Ziele sind? YES, aber die können sich erfahrungsbedingt ändern.

Zieldimensionen wären zum Beispiel:

(1) Hoher Verdienst für einen gewissen Lebensstandard

(2) Finanzielle Sicherheit (Planbarkeit)

(3) Mit Menschen arbeiten, ihnen helfen, sie fördern

(4) Künstlerische Ambitionen haben

(5) Sportliche, musikalische oder schauspielerische Erfolge erzielen

(6) Qualifikationen anstreben, die nicht zu sehr von Beschäftigungsverlusten und Arbeitsplatzabbau betroffen sind (Robotics, Automation, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung etc.)

(7) Berufe mit ständigen Herausforderungen

(8) Berufe mit einer gesunden Work-Life-Balance

(9) Studien- und Berufsabschlüsse, die mich in der Welt herumreisen lassen und den Horizont erweitern

(10) Studien- und Berufsabschlüsse, wo man (verstärkt) soziale Anerkennung und Aufmerksamkeit erntet

(11) Studien- und Berufsabschlüsse, die den Verbleib im gewohnten Umfeld (Freundeskreis, Familie, Heimat) ermöglichen

(12) Studiums- und Berufsabschlüsse, die mich flexibel und unabhängig machen

(13) Studiums- und Berufsabschlüsse, die eine gewisse Freiheit in der inhaltlichen Ausgestaltung und zeitlichen Disposition geben

etc.

ii. …selbst gefordert ist, eine oder mehrere Entscheidungen zu treffen.

Hier Beispiele für ein Plädoyer für eine p r o a k t i v e ENTSCHEIDUNGSFINDUNGS-SICHT und ENTSCHEIDUNGSCHANCHEN-SUCHE als aktive PRÄVENTION, um für sich frühzeitig zu erkennen, auf was man sich einstellen müsste, welche Konsequenzen im Leben wünschenswert bzw. förderlich und nicht wünschenswert bzw. hinderlich für die persönliche Zielerreichung sind[8]. Also ruhig ein paar Szenarien im Sinne eines „Was wäre wenn“ durchspielen, und zwar proaktiv, nicht erst, wenn man auf etwas reagieren muss:

· Soll man proaktiv darüber nachdenken, wenn die Studien- oder die Berufswahl sich nicht als die richtige erweist? Hat man sich aktiv um andere Optionen gekümmert oder spricht man lieber von „Pech gehabt“?

· Soll man proaktiv die wirklichen Arbeitsmarktchancen, auch für akademische Abschlüsse und duale Ausbildungen, ausloten? Sind das Qualifikationen, die verstärkt durch Arbeitsplatzabbau wegen der Digitalisierung und Automation mehr als gefährdet sind?

· Soll man proaktiv überlegen, was man macht, wenn das Unternehmen, in dem man arbeitet, (überraschend) übernommen wird, der Arbeitsstandort verlagert wird, Kündigungen ausgesprochen werden? Hat man bereits alternative Arbeitsplätze im lokalen Umfeld eruiert? (Stellenangebote mit Qualifikationsabgleich studieren)

· Was kann man vorausschauend machen, wenn die berufliche Tätigkeit durch Automation ersetzt oder überflüssig wird?

· Was kann man im Vorfeld proaktiv machen, wenn die Qualifikation, die man besitzt, überholt ist oder nicht mehr gebraucht wird?

· Soll man sich proaktiv frühzeitig bei anderen Unternehmen bewerben?

· Soll man sich proaktiv weiterqualifizieren?

· Muss man sich frühzeitig für eine breitere Qualifikation entscheiden, die einen vom Unternehmen, vom Standort oder der Branche relativ unabhängig macht?

· Muss man nicht proaktiv nach anderen Finanzanlagen suchen, wenn die Zinsen weiterhin so niedrig sind, wenn sogar Strafzinsen anfallen oder dominiert die Bequemlichkeit und Nichtreaktion?

· Ist es sinnvoll, proaktiv zu überlegen, sich mit einer zu hohen Hausfinanzierung zu belasten, die man dann aus beruflichen Veränderungsdruck vielleicht später nicht mehr stemmen kann? Besser eine geringere Verschuldung durch ein kleineres Immobilienobjekt? Machen Immobilien oft immobil?

· Kann man proaktiv überlegen, wie man weite Anfahrtswege zur Arbeitsstelle effizienter nutzen kann?

· Haben die Partnerin oder der Partner proaktiv überlegt, was für (alternative) Möglichkeiten bestehen, die neuen (veränderten) Situationen beruflich, qualifikationsbezogen oder aus Mobilitätssicht mitzutragen? Antizipative sinnvolle Weiterbildungen? Proaktive Suche nach potenziellen Teilzeitjobs oder Homeoffice-Jobs?

· Sind Kinder geplant? Hat man sich proaktiv Gedanken gemacht, wie man dann Beruf und Familie – arbeitsteilig - erfolgreich bewältigen kann? Hat man CHANCHEN hierfür proaktiv ausgemacht?

· Soll man proaktiv auf LinkedIN/XING oder anderen Social-Media-Plattformen Vernetzungen suchen und präsent sein? Hat man das frühzeitig in die Wege geleitet?

Warum solche Überlegungen im Entscheidungsvorfeld?

Natürlich kann man oft nichts gegen (überraschend) eintretende Ereignisse und Umstände (siehe Corona als Extrembeispiel) machen. Aber lässt sich das für jeden Ereignisfall pauschal sagen? NEIN.

Sievert/Keeney merken für den nicht von Extremen geprägten Normalfall dazu an: „Auf individueller Ebene bestehen jedoch sehr wohl Möglichkeiten aktiv Einfluss auf das eigene Leben zu nehmen, beispielsweise die Wahrscheinlichkeit hinzufallen (i.e. entlassen zu werden) signifikant zu reduzieren und, wenn das schon nicht vermieden werden kann, zumindest die Wahrscheinlichkeit, schnell wieder auf die eigenen Füße zu kommen (i.e. schnell einen angemessenen neuen Job zu finden) signifikant zu erhöhen“[9].

Die präventive ENTSCHEIDUNGSCHANCHEN-SUCHE soll dazu auffordern, stets proaktiv zu handeln. Im Gegensatz zur o.g. „Alternative-focused Thinking“ soll hier bei vor allem ein „VALUE-focused THINKING[10] betrieben werden. „Values bezeichnen das, was einem Menschen wichtig ist, und sind fundamental für alles, was ein Mensch unternimmt. Dabei sollten Values die treibende Kraft seiner Entscheidung sein[11]. Deshalb waren die vorangegangene Hinweise auf die Notwendigkeit, sich mit den grundsätzlichen persönlichen Zielen und damit WERTEN (nicht im deutschen Sinne von ethisch-moralischen Dingen, sondern im englischsprachigen Sinne VALUES) intensiv zu beschäftigen, also mit der SUCHE nach ENTSCHEIDUNGSCHANCHEN, die der persönlichen Zielerreichung dienen, ausgerichtet.

FAZIT:

1. Es geht also darum, sich proaktiv und systematisch auf die ENTSCHEIDUNGS-CHANCHEN-SUCHE zu machen und nicht nur zu reagieren. Also, empfiehlt sich eine aktive SUCHE nach OPTIONEN, also Alternativen, auch und gerade in Situationen, in denen man sich sicher wähnt sowie aus PRÄVENTIONS-SICHT. Dafür sollte ZEIT investieren.

2. Nur reagieren auf ungeplante Einflüsse und Ereignisse wird in der Arbeit- und Berufswelt 4.0 und mehr nicht mehr reichen. Das hat auch schon in früheren Zeiten oft nicht gereicht.

3. Dazu bedarf es einer grundsätzlichen (philosophischen) Denkeinstellung: Kritischer Rationalismus, d.h. im Sinne von Karl R. Popper immer nach Gründen zu suchen, die bestehende Ansichten, Meinungen, Vorurteile und Einstellungen immer zu widerlegen versuchen, in Frage stellen, hinterfragen, d.h. nach Falsifikationen zu suchen, denn Bestätigungen von Vermutungen und Meinungen, d.h. Verifikationen, sind immer leicht zu finden („Es wird ja nicht so schlimm“, „Es ist ja immer noch gutgegangen“). Ja, das ist anstrengend.

4. Ganz wichtig ist die Auseinandersetzung mit den eigenen, den individuellen und persönlichen ZIELEN und Ziel-OPTIONEN. Warum machen sich so viele Menschen keine wirklichen Gedanken über ihre ZIELE in Entscheidungssituationen oder ignorieren oftmals naheliegende ZIEL-Opportunitäten, wählen häufig nicht das optimale ZIELE oder machen sich die zu erreichenden ZIEL-ALTERNATIVEN in Abhängigkeit von Ihren VALUES (was einem wirklich wichtig ist) bewusst? Ein unnötiges Versäumnis. Sievert und Keeney fragen deshalb zurecht: „Doch wie soll eine gute Entscheidung getroffen werden, wenn einem die zu erreichenden Ziele nicht einmal bewusst sind“?[12]. Aus eigener Erfahrung kann ich die vielen Untersuchungen und Ergebnisse zu dieser Entscheidungsschwäche nur stützen („Selbst diese Teilnehmenden“ – gemeint sind Studierende – konnten „nur ca. ein Drittel der für sie relevanten Alternativen eigenständig identifizieren. Über die Hälfte der Teilnehmenden übersah zunächst sogar die für sie bestmögliche Alternative“[13]. Sobald ich Studierende oder SchülerInnen nach ihren (beruflichen) Zielen frage bzw. sie bitte, sich über ihre persönlichen Ziele klarzuwerden, sie bitte, mir ihre wirklichen Interessen und Zukunftspläne zu nennen, entwickelten sich auf einmal gute Alternativen, intrinsisch motivierte Themenstellungen und Perspektiven. Bei Abschlussarbeiten frage ich immer wieder nach den persönlichen Interessen, z.B. Sport, Musik, Theater, Reisen oder Mode etc. Wenn ich dann noch das Thema der Abschlussarbeit mit diesen Interessen verbinden kann, die beruflichen Wünsche und Relevanz darauf abstimme und mit den Studienqualifikationen verbinde, erhalte ich meist die besten Abschlussarbeiten und ENTSCHEIDUNGSCHANCEN suchenden AbsolventInnen. Dann erlebt man die Bachelor- oder Masterabschlussarbeit nicht als „lästige Pflicht“, sondern begreift sie als ENTSCHEIDUNGSCHANCE. Man muss diese nur ermutigen, unterstützen, fordern und fördern. Das gilt auch für Praktikums- oder Werkstudentenstellen. Am Ende stärkt das ihr Selbstvertrauen und ihre „Yes, I can“-Einstellung. Empower Yourself-Reaktion. Viele haben dadurch schon ihren Traumberuf realisieren können.

5. Was „proaktives, value-foused Entscheiden“ prägt sind meist die folgenden 6 Handlungsparameter[14]:

· „Initiative zeigen“ (MACHEN, ACTION, ACTION, ACTION)

· „Nach Verbesserungen streben“

· „Systematische Identifikation von Zielen“ (Wo will man hin?)

· „Zielgerichtete Erhebung von Informationen“

· „Zielgerichtete Entwicklung von Alternativen“

· „Einsatz eines Entscheidungsradars“ (Messung der Zielerreichung)

6. Also, starte Dein proaktives ENTSCHEIDUNGSCHANCEN-SUCHEN als PRÄVENTIONsmaßnahme. JETZT. Nicht erst in ein paar Jahren. Nicht warten, bis man gezwungen ist, Entscheidungen zu treffen oder zu suchen. Nicht gegen alle Unpässlichkeiten dieser Welt kann man sich „versichern“, auch wenn das manche Versicherungsangebote suggerieren. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass auf diese Art die persönlichen Zufriedenheit mit „SEINEN“ vorausschauenden ENTSCHEIDUNGEN und damit die Lebenszufriedenheit massiv steigen. Man war nicht Wunsch- und Erwartungserfüller für andere, sondern nahm aktiv und beherzt sein Schicksal in die eigene Hand. Lernt also noch VERANTWORTUNG (für sich selbst und andere) zu übernehmen.

Das sollte man noch aus einem anderen Grunde anstreben, wie Sievert/Keekney betonen: „Wenn es keine solchen Alternativen gibt, verharren Menschen reaktiv in ihrem Status quo bis ggf. durch ein Ereignis außerhalb der Kontrolle des Entscheidenden die Lebensqualität stark vermindert wird. Die Folgen eines solchen Verhaltens können dramatisch sein und das Leben nachhaltig verändern“[15].

7. Proaktiv ENTSCHEIDUNGSCHANCEN suchen, das machen doch viele der Gen Z schon durch präventive Gesundheits- und Schönheitsmaßnahmen, indem sie ins Fitnessstudio gehen, auf ihren Körper und ihre Ernährung achten, um dann mit Photoshop für Insta etwas nachzuhelfen J

WARUM handelt man nicht auch so bei der Entscheidungsfindung zur Studien- und Berufswahl? Diesmal aber nicht für andere, sondern für sich selbst.

Dieses proaktive Verhalten ist im Zeitalter der Arbeit 4.0 und mehr schon aus existenziellen und Überlebensgründen mehr und mehr notwendig, allein schon aus der Sicht heraus, dass man sich Optionen erarbeitet, um die Wahrscheinlichkeiten zu verringern, dass nicht erwünschte Verschlechterungen im beruflichen und persönlichen Umfeld eintreten. Insbesondere mit Blick auf die berufliche Zufriedenheit und die Zufriedenheit mit der Lebensqualität.

Auf diese Aspekte wird in späteren Blogbeiträgen noch intensiver eingegangen.

EMPOWER YOURSELF. Starte jetzt, sofort, ohne Ausreden.

[1] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10 [2] A. Engelke: Fünf Millionen Deutsche haben innerlich gekündigt, in: F.A.Z. net; 29.8.2017 [3] A. Engelke: Fünf Millionen Deutsche haben innerlich gekündigt, in: F.A.Z. net; 29.8.2017 [4] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10. [5] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.6. In Anlehnung an Keeney, R.L.: Give yourself a Nudge: Practical Procedures for Making Better Personal and Business Decisions, Cambridge 2020: “Decision problems are decisions that you must face as a result of others’ decisions and/or circumstances beyond your control” [6] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.5 in Anlehnung an R.L. Keeney: „Value-focused Thinking. A Path to Creative Decision Making, Cambridge 1992 [7] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.7 [8] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.8 [9] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.5 [10] R.L. Keeney: Value-focused Thinking: Identifying decision opportunities and creating alternatives: in: European Journal of Operational Research, Vol. 92 (3) 3, 1996, S. 537-549. [11] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.6 [12] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.6 [13] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.6 [14] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.6 [15] J. U. Siebert; R. L. Keeney: Entscheidungen: Probleme oder Chancen; in: WiSt, Heft 6, 2020, S. 4-10; S.8

3 Ansichten0 Kommentare

Comments


bottom of page